Wie findest Du Dein Glücklichsein?

Lies die Geschichte von Johnny Walker Mackebrandt und begleite ihn auf seine Weltreise, der Suche nach seinem Glücklichsein

Krebs und nur noch ein Jahr zu leben. Diese Diagnose verändert Johnnys Leben tiefgreifend und stürzt ihn in eine alles verschleiernde Depression. Spontan beschließt er in die Welt hinaus zu ziehen und sein Glücklichsein zu finden, denn wenn er schon sterben muss, dann zumindest glücklich.

Auszug aus Dantse Dantses Das Lächeln:

Johnny bei der Psychologin in der Sächsischen Schweiz

Dr. Kamga hatte ihm zwei gute Adressen gegeben, aber Johnny hatte sich entschieden, nun mehr auf seine Stimme, seine Göttin, zu hören als auf irgendwelche Ratschläge dritter Personen – seien sie Experten oder nicht. Seine Göttin hatte ihm gesagt, er solle jetzt seinen eigenen Weg verfolgen. Tagelang durchsuchte er das Internet, um den passenden Therapeuten zu finden. Zufällig landete er bei einer Psychologin, die aber in der Sächsischen Schweiz wohnte. Das war für ihn kein Problem. Er war flexibel, er hatte Geld und war bereit für ein paar Monate woanders zu leben.

Diese Idee, für eine Zeit lang woanders als in Darmstadt zu leben, gefiel ihm sehr. Er hatte sich bis dato noch nie darüber Gedanken gemacht aus Darmstadt wegzuziehen, wo er geboren und aufgewachsen war. Diese Idee woanders zu leben gefiel ihm so sehr, dass er die Psychologin sofort anrief.

Depression

Sie war anscheinend eine ganz normale Psychologin, die sich aber mit Depressionen gut auskannte. Ja, die Depression war sein erster Feind. Sie war der Teufel in Person, der nicht wollte, dass er glücklich war. Es gab Tage an denen es ihm gut ging, und dann kamen finstere Tage, an denen er sich wie festgefahren fühlte. Er fuhr für das erste Gespräch mit der Psychologin mit der Bahn in die Sächsische Schweiz und am nächsten Tag traf er sie.

Da es nicht an Geld mangelte, konnte er die Psychologin überzeugen, ihn mehrmals in der Woche intensiv zu betreuen. Er wollte unbedingt im Kopf gesund werden, um seine Krebs­krankheiten ertragen zu können und glücklich zu sein.

Sie vereinbarten eine dreimonatige, intensive Therapie, die schon die darauffolgende Woche anfangen sollte. Alles war perfekt für ihn.

Er nahm sich eine kleine, private, möblierte Wohnung nah am Nationalpark, Deutschlands einzigem Felsennationalpark, und mietete sie zunächst für drei Monate. Drei Monate lang würde er an diesem Ort leben.

In der Sächsischen Schweiz

Am Anfang fühlte er sich sehr wohl in der Sächsischen Schweiz mit ihren tollen Sehenswürdigkeiten. Die ersten Therapiegespräche taten ihm gut, obwohl er sich am Anfang unwohl fühlte, wegen der zahlreichen Fragenbögen, die er ausfüllen musste. Es tat gut, das erste Mal in seinem Leben ganz offen über seine Kindheit, seine Eltern und sein Leben zu reden. Die Psychologin ermutigte ihn durch gezielte Fragestellungen, viel zu reden und zu reflektieren. 3 Wochen lang war es okay, aber dann wollte Johnny, dass es weiterging, dass sie ihm sagte und zeigte, wie er mit seinen konkreten Beschwerden umgehen könne.

Johnny wollte Werkzeuge bekommen, die ihm helfen sollten seine Krisen, die immer heftiger kamen, in den Griff zu bekommen. Er hoffte langsam, dass die Psychologin zur echten Behandlung überging. Johnny konnte nicht mehr derjenige sein, der Fragen beantworten musste, sondern auch der, der sich selbst Lösungswege suchen musste. Er wollte praktische Analyse-Ergebnisse. Johnny hatte drei Wochen lang geredet. Mehrmals die Woche. Und er hatte keine Lust mehr zu hören: „Herr Mackebrandt, was glauben Sie, warum ihr Vater dies oder das getan hat…, was würden Sie tun, wenn Sie…, wie hätten Sie reagiert, wenn Sie keine Angst gehabt hätten usw.…“ Sie nannte es die Ursachenforschung. Er, der Kranke, musste selbst die Ursache seiner Krankheit finden und nicht sie. Er bemerkte, dass es wenig Unterschiede gab zwischen der Schulmedizin und der Schulpsychologie. Beide wollten immer nur schnell die Symptome beseitigen.

Ungeduld

Er sagte sich aber, dass er geduldig sein und die drei Monate abwarten sollte. Die Psychologin würde schon wissen, wie es ging, versuchte er sich zu überzeugen. Er spürte aber, dass er auch immer weniger Lust hatte, in dieser Stadt zu wohnen und er wusste nicht genau, ob dies nur mit seiner Unzufriedenheit mit der Psychologin zu tun hatte oder ob es von der allgemeinen Stimmung in der Stadt abhing.

Er ging öfter mal raus, wenn er keine Therapiestunden hatte. Die Psychologin hatte ihm verordnet, jeden Tag spazieren zu gehen und unter Menschen zu sein. Er hatte es wirklich versucht. Und je mehr er unter Menschen ging, je mehr er draußen war, desto schlechter ging es ihm. Die Stadt wurde immer gruseliger für ihn. Er wurde mehrmals Zeuge von menschenverachtendem Benehmen gegenüber Fremden in der Stadt. Diese negative Stimmung gegenüber allem was fremd war und fremd aussah, kannte er in diesem Ausmaß nicht. Autos mit Deutschlandfahnen rechts und links über den Scheinwerfern fuhren hin und her. Wehrmachtssymbole waren an vielen Plätzen und an vielen Autos zu sehen.

Rassismus

Es war sehr normal, dass manche sich ganz offen und laut über türkische, asiatische oder afrikanische Passanten lustig machten und die anderen Menschen lachten und niemand etwas dagegen sagte oder tat. Er wurde Zeuge von Beleidigungen und Erniedrigungen von Menschen anderer Herkunft. An einem Tag konnte er seinen Mund nicht mehr halten und ging dazwischen, als einige Jugendliche zwei Flüchtlinge ohne Grund verbal angriffen. Er wurde als „Scheiß Linker“ bezeichnet und mit einer Dose Cola beworfen. „Ausländer raus, Linke raus“, schrien sie, und zogen ganz gemütlich weiter. Niemand half ihm. So etwas hätte in Darmstadt niemals stattgefunden, dachte er und ging zurück in seine Wohnung. Er merkte einfach, dass er einen positiveren Ort brauchte, um an sich zu arbeiten. Die Stadt nahm ihm seine Energie, mehr noch als die Krankheit. Er beschäftigte sich mehr mit dem Verarbeiten solcher negativen Erlebnisse, als dass er sich um seine eigenen Probleme, für die er dort hingezogen war, kümmerte.

Frustration

Vielleicht war das wirklich der Grund, warum er aufhören wollte, und nicht unbedingt die Arbeit der Psychologin, die ihn bis dahin nicht richtig vorwärtsgebracht hatte. Alles was er dort tat, war über Dinge zu reden, die er schon längst kannte und nur noch mit niemandem besprochen hatte. Vielleicht hatte es mit beidem zu tun.

Als er sich mit der Psychologin am späten Nachmittag traf, war er immer noch von dem Erlebnis vom Vormittag beeindruckt. Er erzählte ihr zum ersten Mal alles, was er in der Stadt erlebt hatte und wie sehr negativ das auf ihn wirkte. Er habe den Eindruck, er würde hier ersticken, sagte er ihr.

„Der Hass und die Intoleranz gegen über anders aussehenden Menschen ist heftig“, sagte er zu ihr und er fragte: „Woher kommt dieser Hass hier in dieser schönen, idyllischen Region, Frau Milberg?“

Der eigene Hass

„Warum konzentrieren Sie sich so auf diesen Hass, Herr Mackebrandt? In den ganzen 6 Wochen hier haben Sie nur Dinge gesehen, die Ihnen nicht guttun? Hat diese Region nicht auch etwas Schönes, was Sie aufmuntern kann? Ich habe den Eindruck, dass dieser Hass, den Sie hier so heftig empfangen, Ihnen den Weg versperrt, weiter an sich selbst zu arbeiten. Ist das vielleicht auch Ihr Thema? Wie der Hass der anderen Sie unglücklich macht? Haben Sie sich Gedanken darüber gemacht, ob Sie auch Hass in sich tragen und dieser eigene Hass sein Abbild in diesen Rassisten erkennt?

Wenn Sie Hass in sich tragen, glauben Sie dessen Effekt auf Sie und auf andere Menschen ist anders, nur weil Sie kein Rassist sind? Wirkt sich der Hass der Rassisten gegenüber Fremden anders aus als Ihr möglicher Hass gegen Ihre Familie? Stellen Sie sich mal die Frage, wie dieser Hass auf Sie selbst wirkt, Ihr eigener möglicher Hass. Ja, es stimmt. Diese Stimmung gegen Fremde hier ist traurig. Sie haben die Frage gestellt, woher dieser Hass kommt. Ich weiß es nicht. Ich kann Ihnen nicht antworten. Es gibt sicher viele Erklärungen für dieses Verhalten. Aber ich weiß nur eines: Menschen hassen, weil sie sich selbst hassen. Sie tragen einen allgemeinen Hass in sich, egal gegen wen. Das sind Menschen, die unglücklich sind.“

Erkenntnis

Johnny blieb ruhig und hörte nur einfach zu. Es war das erste Mal, dass die Psychologin so viel geredet hatte und nicht er. Aber was ihm immer noch nicht gefiel war, dass sie die Frage offenließ. Warum konnte sie ihm nicht direkt sagen: „Wissen Sie, Herr Mackebrandt, Sie hassen. Und deswegen sind Sie unglücklich. A, B, C müssen Sie tun und es wird Ihnen wieder gutgehen.“ Sie stellte die Fragen immer so, dass er selbst die Antworten finden musste.

„Verstehen Sie, Herr Mackebrandt, ich versuche es Ihnen wissenschaftlich und fachlich zu erklären. Sie sind stark depressiv. Die Heilung von Depressionen ist langwierig und am Ende weiß man nicht, ob man sie wirklich beseitigen kann. Die Depressionen sind über einen langen Zeitraum hinweg entstanden. Daher muss man annehmen, dass im Laufe vieler Jahre viele Gründe zu ihrer Entstehung beigetragen haben. Diese aufzudecken, ist schwierig und manchmal nicht mehr möglich. Man bräuchte dafür eine psychologische und psychiatrische fachübergreifende Langzeitbegleitung und Zusammenarbeit, geeignete Behandlungsansätze, die auf Ursachenforschung basieren. Die meisten Menschen, die an starken Depressionen leiden, wie Sie, benötigen jahrelang oder gar lebenslang Medikamente. Ehrlich gesagt ist sogar die Frage, und das muss erlaubt sein, ob Depressionen heutzutage wirklich geheilt werden können. Ich glaube mit Medikamenten kann man auch ganz gut helfen. Damit können Sie gut leben“, erklärte sie ein bisschen verärgert.

„Das bedeutet, wenn ich Sie richtig verstanden habe, dass Sie, anstatt mich zu heilen, mich lediglich immer wieder funktionsfähig machen würden? Mich medikamentös in Schach halten? Ist das so?“, fragte Johnny ganz ruhig.

„Manchmal geht es nicht anders, und es gibt Medikamente dafür, die in Fällen wie Ihrem sehr gut wirken. Sie können damit ganz normal den Alltag bewältigen. Das ist schon positiv“, antwortete die Psychologin.

Keine Magie

„Ah ja. Etwa wie eine Krisennothilfe, nach der ich unter dem Einfluss von Medikamenten den Tag überstehen kann bis zur nächsten Krise. Eine klassische Behandlungsmethode. Antidepressiva mit oder ohne begleitende Psychotherapie. Die Medikamente arbeiten für Sie. Sie machen ihre Arbeit mit dem Unterschied, dass Sie uns noch abhängiger und kranker machen. Die Medikamente helfen mir dann auch nicht mehr als Sie. Das Wort ‚Therapeut‘ im Griechischen kann man definieren als ‚Diener, Genosse, Gefährte‘. Warum sind Sie Psychologin?“, fragte er ironisch.

„Wir betreiben keine Magie, Herr Mackebrandt. Wir können nicht zaubern und Wunder schaffen, wie in der Kirche mit Gott und Jesus, wo mit einem Gebet alles möglich sein soll. Jesus ist dein Diener, so soll es irgendwo in der Bibel stehen. Ich kann Ihnen nur so weit helfen, wie die Zustände es erlauben.“

„Irgendwie ist es komisch. Ich sollte sauer und enttäuscht sein. Aber ich bin zufrieden mit Ihnen“, sagte Johnny.

Die Sitzung an diesem Tag war die kürzeste Sitzung, die sie miteinander je gehabt hatten. Er stand auf, gab der Psychologin die Hand und bedankte sich.

Entscheidung

„Frau Milberg, Sie haben mir sehr geholfen, genauso wie diese Stadt. Ohne die Reise hierher, ohne hier gelebt zu haben, hätte ich bestimmte Dinge nicht erkannt. Ich weiß jetzt definitiv was mir nicht helfen wird, mein Glücklichsein zu finden. Ich verlasse heute noch diese Region. Ihre Energie geht gegen das, was ich suche.“

Verdutzt saß die Therapeutin sprachlos da und wusste nicht mehr wie sie reagieren sollte. Sie hatte diese plötzliche Entscheidung nicht erwartet.

Da die Entscheidung sehr spontan gewesen war, es keine gute Zugverbindung gab und er keine Minute länger in der Sächsischen Schweiz verbringen wollte, nahm Johnny sich ein Taxi, das ihn über 500 km bis nach Darmstadt fahren sollte. Während der Fahrt dachte er über seinen Aufenthalt in dieser Region und über die Psychotherapie nach. Auf einmal spürte er eine innere Ruhe. Irgendwie empfand er doch eine komische Sympathie für die Stadt. Und auf einmal konnte er auch ihre schönen Seiten erkennen. Die tollen Menschen, die er getroffen hatte, die nette Vermieterin der Wohnung und die tollen Gespräche mit den Flüchtlingen. Er spürte einen Stolz auf sein Land, das diese Menschen aufnahm, um auch ihnen ein Leben in Wohlstand zu ermöglichen.

Viel wichtiger aber waren die Erkenntnisse, die er gewonnenen hatte:

  • Seine erste Erkenntnis über die Suche nach dem Glücklichsein war, dass die Umgebung in der du lebst, die Erlebnisse und Menschen um dich herum auch deinen Gemütszustand bestimmen. Du wirst nie glücklich, wenn du mit Menschen lebst, die unglücklich sind und deswegen Hass verbreiten. Das war eine Selbsterkenntnis, weil er selber voller Hass war. Es bedeutete auch, dass er seinen Hass beseitigen musste, wenn er glücklich sein wollte.
  • Eine weitere grundlegende Erkenntnis war, dass die Schulpsychologie, genauso wie im Moment die Schulmedizin, ihm nicht helfen und ihn nicht heilen, sondern nur die Schmerzen tilgen könnte, am besten mit Medikamenten. Er wollte aber bis zu seinem Tod in wenigen Monaten keine Medikamente nehmen. Diese wissenschaftlichen Wege würden ihm das Glücklichsein nicht zurückgeben.

 

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Warnung:

Das Lesen der Bücher von Dantse Dantse kann deine Augen öffnen, die Ohren sensibilisieren, die Zunge schärfen. Sie berühren dein Herz, beeinflussen dein Leben, erweitern deinen Horizont, beseitigen deine Sorgen, machen und erhalten dich gesund, verändern dein Schicksal und machen dich glücklich.

 

 

 

 

 

 

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