Das Problem mit Regenbögen und der UEFA // Spruch des Tages 29.06.21

Solidarität zeigen und Zeichen setzen

Erst vergangene Woche, um den 23.06., ging es in den Sozialen Medien vor Allem um eines: Menschenrechte. Denn für das EM-Spiel der Gruppenphase zwischen Deutschland und Ungarn wurde ein Antrag des Deutschen Fußball-Bundes an die UEFA (Union of European Football Associations) gestellt. Dieser war eine Anfrage bezüglich der Beleuchtung der Allianz-Arena in München, in der das Spiel ausgetragen wurde. Demnach sollte das Stadion am Abend in den Regenbogenfarben der Pride-Flagge erleuchten.

Warum gerade zu diesem Spiel? Und warum genau die Pride-Flagge?

Die Pride-Flagge ist das selbstgewählte Zeichen der LGBTQIA+ Community. Sie steht für Selbstverwirklichung, Liebe und Vielfalt. Gerade im Juni, dem internationalen Pride-Monat, ist diese hier nicht selten zu sehen. Überall gehen Menschen zu den langsam wieder beginnenden CSD-Festen. Aus Fenstern hängen Regenbogenflaggen. Auch zur EM werden Zeichen der Solidarität und Akzeptanz gesetzt. Das ist für uns normal. Und gut so.

In Ungarn sieht die Welt momentan allerdings anders aus. Das dort erlassene Gesetz, das die Aufklärung über Homosexualität und Queerness verbietet, stellt alles auf den Kopf. (Wer mehr erfahren möchte: Schau hier nach!) Auch den Fußball. Denn die Allianz-Arena sollte genau aus diesem Grund am Abend des Spiels in Regenbogenfarben erstrahlen. Um ein Zeichen zu setzen, dass dieses Gesetz nicht in Ordnung ist und um Solidarität und Akzeptanz für queere Mitmenschen zu zeigen. Die UEFA jedoch lehnte diesen Antrag ab. Und das sorgte für Protest im ganzen Land.

Ist Solidarität in diesem Fall Provokation?

Um die Frage zu beantworten, muss man zuerst die ursprünglichen Aussagen der UEFA genauer unter die Lupe nehmen. Denn 2019 wird die Fußball-EM groß angekündigt, als „Turnier für alle“ (Twitter: Union of European Football Associations) in Bezug auf die LGBTQIA+ Community. Auch Gleichberechtigung wird erwähnt. Nun wird zwei Jahre später, mitten im „Turnier für alle“, eine Beleuchtung untersagt, die auf Liebe, und damit auf Menschenrechten beruht. Die UEFA rechtfertigt das mit der EM, die als eine „politisch neutrale“ Sportveranstaltung gelten solle.

Ein weiterer Aspekt ist das EM-Finale, das durch die Delta-Variante des Corona-Virusses unter Umständen von London nach Budapest verlegt werden soll. Hätte die UEFA die Beleuchtung am vergangenen Mittwoch zugelassen, hätten auch diese Probleme im Raum stehen können. Was jedoch nicht vergessen werden darf: Kein Zeichen zu setzen ist ebenfalls eine Entscheidung. Und diese hat die UEFA zugunsten Ungarn, Orban und Homophobie getroffen. Zurück bleibt Wut und Unverständnis.

Denn es gilt: Regenbogenfarben stellen keine Provokation dar, sondern sollten überall ein selbstverständliches Zeichen sein. Ein Zeichen für alle, die nicht der „Norm“ entsprechen. Denn nur dann ist es wirklich ein Turnier für alle.


 

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